Eine Folge entsteht…

Wer 20 Jahre lang erfolgreich Serien produziert, jeden Prozess durchleuchtet, optimiert und revolutioniert, orientiert sich nicht an Standards, sondern kreiert sie selbst. Die Qualität unserer Serien ist ständig auf dem Prüfstand. Nur so funktioniert der von UFA SERIAL DRAMA erarbeitete Produktionsablauf: Jede Woche arbeiten in jeder Produktion knapp 180 Mitarbeiter an bis zu 70 Folgen parallel.

Text: Leonie Lutz

Am Anfang war der Plot …

Das Herzstück unserer Story-Departments: die Futures. Sie werden vierteljährlich von den Teams gemeinsam erarbeitet. Die Futures zeigen die Richtung auf, in die sich die Rollen entwickeln: Was kommt? Was geht? Was bleibt? Nach der Abnahme durch den jeweiligen Sender werden die Futures von Storylinern in einzelne Drehwochen (sogenannten Blöcken) eingeteilt. Jeder Block besteht aus fünf (VL, GZSZ, AWZ) bis acht (UU) Folgen. Immer sind es Geschichten, die in die Tiefe gehen, starke Konflikte zwischen glaubwürdigen Charakteren und Innenblicke in Figuren, die hochemotional sind. Woche für Woche wird ein Block der Redaktion im Sender vorgelegt und in einer gemeinsamen Abnahme bekommt diese Storyline den letzten Schliff. Eine abgenommene Fassung geht an die Dialogbuchautoren, sodass nach einer erneuten Abnahme durch Sender und Produktion die fertigen Episoden an Regie, Schauspieler und Team ausgehändigt werden.

Vorbereitung, die Erste …

Die Storyline ist Grundlage für alle Gewerke: Produktionsleitung, Disposition, Aufnahmeleitung, Kostüm, Maske, Baubühne und Requisite bekommen eine Vorstellung dessen, worauf sie sich in den kommenden Wochen einrichten müssen. Sie garantiert damit allen Heads of Department einen gewissen Vorlauf: Welche Requisiten müssen geliehen oder gebastelt werden? Welche Sets konstruiert? Welche Kostüme gekauft? Welche Motive gefunden und welche Special Effects in Sachen Maske einstudiert werden? Nach Besprechung der Storyline gehen die einzelnen Gewerke an die Arbeit. Locations werden gesucht, Kalkulationen erstellt, Spielrequisiten in Auftrag gegeben, Kostüme geordert und: ein Drehplan (die Dispo) über alle zu drehenden Szenen erstellt. In der Regel produzieren unsere Serien im Außendreh und Studio zwischen 100 und 150 Szenen pro Woche. Das sind je nach Format zwischen 24 und 45 Minuten – täglich.

Fine-Tuning hinter den Kulissen …

Das Dialogbuch ist fertig: Während sich Regie und Regieassistenz an die Auflösung jeder einzelnen Szene machen, gehen die Gewerke ins Fine-Tuning der Vorbereitung. Hierbei kann jeder Regisseur seine Handschrift einfließen lassen, das „große Ganze“ haben die Producerdepartments immer im Blick. Enge Absprachen zu jeder Szene erfordern einen enormen Zeitaufwand, garantieren jedoch, dass aus jeder Episode das Beste herausgearbeitet wird und sich jede Produktion damit Tag für Tag selbst übertrifft. In den Abteilungen geht es indessen ans Handwerk: Hemden werden gebügelt, Kostüme für den betreffenden Block zusammengestellt, Gestecke für Tische und Feierlichkeiten gebunden – selbstredend, dass der übliche Drehprozess im Studio und Außendreh immerzu parallel läuft: 40 Stunden wöchentlich brisante, mitreißende und emotionale Bilder.

Atmosphärisch: Sequenzen im Außendreh

liegenSie schwitzen im Sommer, sie frieren im Winter und sie genießen zu jeder Jahreszeit die Bewunderung aller Kollegen: die Mitarbeiter der Außendreh-Units. Wie auch immer die Wetterlage ist, es wird gedreht. Je nach Format und Szenenumfang sind es bis zu zehn Sequenzen pro Tag. Die Shot-Listen des Regisseurs, auf denen Kamerawinkel und Bewegungen eingezeichnet sind, lassen den kompletten Produktionsstab erkennen, wie eine Szene visuell umgesetzt wird. Im Großen und Ganzen ist all dies brillant geplant, doch die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Und so lassen sich zwar Sonnenaufgang und Sonnenuntergang minutengenau einschätzen, gegen plötzliche Lichtwechsel, Schauer, Hagel oder starke Winde muss sich das Außendreh-Team dann aber spontan wappnen. Die oberste Prämisse: Gedreht wird immer.

Studiodreh: dynamisch und zeitgemäß

Ob AWZ, GZSZ, UU oder VL: Die Inszenierung ist immer fantasievoll und abwechslungsreich. Und folgt damit dem Prinzip, möglichst nahe an den Emotionen zu sein. Ermöglicht wird dies je nach Format und Markenkern durch eine filmische Kameraführung oder einen dokumentarischen Stil. Eine zusätzliche visuelle Aufwertung garantieren neue HD-Kameras. Die komplette Modernisierung der Studiotechnik ermöglichte bei allen Formaten neue Lichtkonzepte. Wurde bisher ausschließlich von oben geleuchtet, setzt man jetzt auf natürliches Tageslicht. Das Ergebnis mutet filmischer oder gar naturalistischer an und steht immer in starker Abgrenzung zu anderen Formaten: Jede Serie hat ihr eigenes Lichtkonzept, ein eigenes Kamerakonzept, einen eigenen Look. Was sie jedoch gemeinsam haben: neue, innovative Dramaturgien und moderne Erzählelemente, die den stetigen Erfolg der Serien garantieren. Für ein gleichbleibend hohes schauspielerisches Niveau aller Serien stehen allen Schauspielern vor und während jeder Aufzeichnung mehrere Coaches intensiv zur Verfügung.

Postproduktion auf Kino-Niveau

postproduktionIm letzten Step gehen die gedrehten Szenen in die Postproduktion: Hier schneidet der Regisseur mit seinem Cutter die bewegenden Folgen. Er integriert an dieser Stelle ansprechende Establisher, die dazu beitragen, einen homogenen Fluss zwischen den einzelnen Szenen zu generieren. Außerdem bilden sie die Möglichkeit, Geschichten zu kommentieren, Wege zu erzählen oder Gefühle zu transportieren. Nach dem Schnitt warten Musik- und Tongestaltung auf die fertige Folge, um die verschiedenen Handlungsstränge zu einer Gesamtkomposition verschmelzen zu lassen. Durch diese Übergänge wird der Zuschauer durch die einzelnen Folgen getragen, ohne einen Umschaltimpuls zu verspüren. Bevor die Folgen schließlich zum Sender gehen, arbeiten Koloristen mit dem hochwertigen Kino-Farbkorrektur-System der Baselight Szene für Szene visuell aus.

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